CTK Blog Alltag eines Computer und Telekomm Fachhändlers

31Okt/100

RIP KEN

Viele werden KEN mit Barbie verbinden.
Hier geht es aber um den Mail/Proxy/Capi-Server von AVM, welcher seit 30.09.2010 nicht mehr erhältlich ist.
Wir haben einige kleine Netze mit AVM KEN als universelle Mail-, Proxy-, ISDN-Lösung.

Leider hat sich die Firmenstrategie von AVM komplett hin zu einem Lieferanten von Fritzboxen (vorwiegend über Provider an Privathaushalte) gewandelt.

Mit Firmen will AVM kein Geld mehr verdienen.
So sind beinahe alle Produkte, welche im Firmenumfeld eingesetzt werden können, in den letzten Jahren aus dem Programm genommen worden:

  • Access Server
  • aktive ISDN-Karten (die B1 wird zwar noch aufgeführt, aber dabei handelt es sich eher um Restbestände, auch passt diese nicht in neue Server)
  • KEN
  • Network Distributed ISDN (gibt es zwar noch, aber womit einsetzen?)
  • VOIP Gateway

AVM KEN stammt noch aus einer Zeit in dem eine ständige Internetverbindung am Arbeitsplatz nicht üblich war und man versuchte den Verbindungsaufbau so effizient wie möglich zu gestalten.
Man hat sich vorher überlegt was man im Internet macht, bevor man Online gegangen ist.
Sämtlich Emails wurden vorbereitet und dann in einem rutsch verschickt.

Ein tolles Feature von KEN (und damals auch von Mdaemon) war die tatsache dass Emails mit dem vermerk DRINGEND sofort verschickt wurden (auch wenn man nicht online war)...

[TK]

2Okt/101

Nebenstellenchaos

Eigentlich ein 08/15 Job: Alte Siemens Anlage von der Wand reissen, neue Agfeo AS45 an die Wand nageln, verkabeln, Apparate tauschen > läuft.

Nicht so bei einer Behörde wo ich zwar beim Angebot der neuen Anlage mich davon überzeugt habe, dass jeder Apparat über ein RJ45 Kabel angeschlossen ist, nicht aber davon, dass gar nicht alle Leitungen zur Anlage gehen...
Beim öffnen des Deckels zur Hicom dann die Überraschung:

Aus Kostengründen (man kann dem Kunden dann noch ein paar Module aufs Auge drücken) hat mein Vorgänger jeden zweiten Apparat über ein Erweiterungsmodul an einen Apparat angeschlossen.

Daher waren für 12 Systemtelefone auch nur 6 Nebenstellen an der Anlage angeschaltet.
Witzigerweise ist aber die Verkabelung zu jeden der 6  direkt angeschlossenen Apparate 8 adrig ausgeführt - es waren aber nur 2 adern belegt!

Dank Cat.5 Dosen in meinem Wagenbestand und ein paar Kaffee meines Kunden konnte diese misere doch gleich noch beseitigt werden und die Anlage noch am gleichen Vormittag in Betrieb gehen.

Das schaurigste an dieser ganzen Geschichte ist, dass die "alte" Anlage für 16 Systemtelefone Nebenstellen parat hatte!